Forschungsallianz OCTmapp

Optical Coherence Tomography (OCT) for new medical applications

Konferenz: Medical Imaging – New Perspectives and the Role of OCT

Am 8. November 2018 hat die erste Konferenz der deutsch-japanischen Forschungsallianz für biomedizinische Anwendungen der Optischen Kohärenztomographie in der Tokyo Women’s Medical University stattgefunden.

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Deutsch-japanische Forschungsallianz für biomedizinische Anwendungen

Die Optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine Bildgebungstechnologie, mit der sich Strukturen streuender Materialien visualisieren lassen. Das Verfahren eignet sich vor allem für die Untersuchung organischen Gewebes und der Charakterisierung von Gewebemorphologien und eröffnet dadurch die Möglichkeit, beispielsweise Krebszellen in einem früheren Krankheitsstadium erkennen zu können. Zwar gilt die OCT-Technologie in Fachrichtungen wie der Augenheilkunde als »Goldstandard«, in anderen Anwendungsgebieten ist das Verfahren noch nicht etabliert, da häufig noch gesicherte Kenntnisse und geeignete Systementwürfe fehlen. Der Bedarf an Forschung und Entwicklung ist hier besonders hoch. Im Forschungsprojekt »Optical Coherence Tomography for New Medical Applications«, kurz »OCTmapp«, werden daher mögliche Anwendungsgebiete der OCT-Technologie ermittelt.
Ziel des Forschungsprojekts OCTmapp ist es, eine ständige Forschungsinfrastruktur und ein Forschungsnetzwerk zum Thema OCT für neue medizinische Anwendungen in Japan aufzubauen. Im Rahmen des Projekts baut das Fraunhofer IPT seine bereits bestehende Beziehungen mit dem Institute for Advanced Biomedical Engineering and Science (ABMES) in Japan, einer zentralen Forschungseinheit des Tokyo Women’s Medical University (TWMU), zu einer ständigen Forschungspräsenz aus. Die Zusammenarbeit mit den beiden Forschungseinrichtungen versetzt uns durch ihre klinische Expertise in die Lage, das Anwendungswissen der OCT-Technologie für die Medizin zu erweitern. Um auch im Anschluss an den Förderzeitraum eine sich selbst tragende Forschungseinrichtung mit Exzellenzanspruch abzubilden, sollen die Projektstrukturen in ständige Einrichtungen überführt werden.

Projektdurchführung

Die Projektlaufzeit von fünf Jahren gliedert sich in zwei Phasen, durch die der an das Projekt anschließende Regelbetrieb vorbereitet wird. Während einer zweijährigen Aufbauphase werden zu Beginn ein gemeinsamer Entwicklungsplan und Forschungsstrategien erarbeitet. Anschließend werden vorbereitende Maßnahmen zur Strategieumsetzung eingeleitet. Im dritten Jahr beginnt mit der Konsolidierung die zweite Projektphase, in der die Forschungspräsenz institutionalisiert und die Forschungsstrategie, der Technologietransfer sowie das IP-Konzept umgesetzt werden. In dieser Projektphase steht die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Im letzten Jahr der Projektlaufzeit wird der an das Projekt anschließende Regelbetrieb vorbereitet.

Marktpotenzial

Für die nächsten Jahre ist ein kontinuierlicher Ausbau des Markts für OCT-Systeme in der Medizin zu erwarten. Die OCT-Technologie wird in neuen medizinischen Fachbereichen Anwendung finden, von denen aus heutiger Sicht die minimal-invasive Chirurgie und nicht-invasive Anwendungen den größten Teil ausmachen werden. Der Einsatz als patientennahe Labordiagnostik wird eine weitere wichtige Rolle bei der Verwertung spielen. Insofern sind die Kommerzialisierungspotenziale als außerordentlich optimistisch zu werten. Die Forschungspartner werden durch die gebündelten Kompetenzen in die Lage versetzt, die Markterschließung erfolgreich voranzubringen. Unternehmen, die Interesse an der Teilnahme an dem Projekt haben, sind herzlich willkommen, die Projektpartner zu kontaktieren.